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Kapitel V von Teil I 

De Raymond het mer im Büro aaglüüte. Är het gseit, dass en Fründ vo ihm, wonn är ihm vo mier verzellt heyg, mich iiglade heyg, am nächschte Sunntignamitag i sys Schtrandhuus usserhalb vo Algier z’cho. Ich ha em gseit, das freui mich zwar – aber ich heyg scho mit de Fründin abgmacht. De Raymond het sofort gseit, d’Fründin söll doch au mitcho. Das seyg sogar no besser: D’Frau vo sim Fründ freui sich sicher, dass sie nid die einzig Frau unter drüü Manne sii müess. Ich ha wölle gli uufhänke, wills de Chef nid gärn het, wenn mer ds Telefon für privati Aaglägeheit bruuched. Aber de Raymond het mer gseit, ich söll dra bliibe. Är müess mer nämlich no öppis dringenders verzelle – die Sach mit de Iiladig heyg ja nid pressiert. “Äs isch folgendermasse” het är gseit “Am Morge sind mer es paar Araber nachegschliche… Eine devo isch de Brüeder vo de Frau, wo Schtriit mit mier het.“ Falls ich heichiem und d’Araber würd vor em Huus umeschliiche gseh, söll ich ihn warne. Ich ha verschproche, dass ich ihn warne würd. Grad dänn isch min Chef cho. Ich ha scho befürchtet, är würd mich zämeschiisse und säge, ich söll nid so lang telefoniere. Aber das isch nid passiert. Är het über es Projekt wölle diskutiere. Är hett en Filliale in Paris wölle eröffne, zum vor Ort schnäller mit de grosse Firme chönne z’gschäfte. Är het mich gfrögt, ob ich gärn uf Paris möcht. „Sie sind en junge Ma“ het är gseit „ich bi sicher, das würd ihne gfalle. Sie chönnted vill reise“ Ich ha em gseit, ich wär scho bereit zum ga, aber es kümmeri mich nid, ob ich da oder dört seyg. Är het mich grögt, ob en „Läbenswächsel“ mier nid gfalle würd und ich ha gseit, me chönn sis Läbe nid wächsle, und jedes seyg glich guet wies andere. Är het mich aagluegt, als wer ich en Usserirdische und nach es paar Momänt het är gseit, mier fehli de Ehrgiiz – das seyg en schlächti Eigeschaft, bsunders i de Gschäftswält. Ich ha ihn nid wölle enttüsche, aber ich ha würklich kei Grund gseh gha, mis läbe z’wächsle, wo im grosse und ganze ja nid schlächt gsi isch. Won ich no Schtudänt gsi bi, han ich no vill Ehrgiiz gha. Aber nachdäm ich mis Schtudium abbroche ha, han ich begriffe, dass das alles eitel isch. 

Am Abig isch d’Marie cho und het mich gfrögt, öb ich sie hüürate möchti. Ich ha gseit, das schpili mier kei Rolle, aber wenn sie wölli, dänn chönnted mer scho. Sie he no mal gfrögt, ob ich sie liebe. Ich ha gliich gantwortet wie vorhär: Ich ha gseit, dass ihri Frag nüüt z’bedüüte heyg. „Falls das dini Gfühl sind“, het si gmeint, „Wieso würdsch mi dänn hürate?“. Ich ha gseit, das seyg würkli nid wichtig, aber mier chönnted scho hüürate, falls es ihre Schpass macht. Ich ha betont, de Vorschlag seyg vo ihre cho – Ich heyg nume „Ja“ gseit. Dänn het sie grimmig gseit, s’Hürate seyg es ärnschts Thema. Ich ha verneint. Sie isch ruhig bliibe und het mich komisch aagluegt. „Wenn Dich en anderi Frau gfrögt hetti – eini wo du gliich gärn hesch wie mich -, was hettisch dänn gseit? Hettisch au Ja gseit?“ “Natürlich!”. Dänn het si gseit, si frögi sich, ob si mich überhaupt liebe sölli. Das seyg ihre bi mier nid klar. Si het nach ere churze Schtilli gmurmlet, ich seyg en komische Kauz und äs chönni si, dass sie mich genau darum liebi – aber äs chönni au si, dass sie mich einisch genau darum hassi. Ich ha nüüt zsäge gwüsst. Si het e chli nachedänkt, aagfange lächle, min Arm gno und betont, dass äs ihre ärnscht seyg. Sie möchti mich würkli hüürate. „OK! Han ich gseit. Mier chönd hüürate wänn immer du wotsch!” Ich ha de Marie usserdäm verzellt, was de Chef mier vorgschlage het. Won ich ihre gseit ha, dass ich einisch es Zytli in Paris gläbt ha, het si gfrögt, wies dört isch. „Es isch en Dräck-Schtadt, sowiit ich mich dra mag bsinne. Massehaft Tuube und vili dunkli Hinterhööf. Und all Lüüt händ bleichi Gsichter.” Mier sind ga schpaziere zäme, quer durchd’Schtadt, de Hauptschtrasse entlang. D’Fraue uf de Sctrass händ guet uusgseh und drum han ich d’Marie gfrögt, ob ihre das au uuffalli. Sie het gseit „Ja, ich weiss, was Du meinsch“. Dänn isch es es paar Minute lang ruhig gsi. Will ich sie nid ha wölle verla, han ich gseit, mier chönnted zäme zum Célesté öppis ga ässe. Si het gseit, si würdi gärn mit mier ga ässe, heyg aber am Abig scho öppis vor. I de nöchi vom minnere Wonig hämmer eus verabschidet. Si het mer id Auge gluegt: „Wetsch nid wüsse, was ich hüt aabig mache?“ Ich has wölle wüsse, aber ich ha nid dra dänkt, das z’fröge und ha befürchtet, si würd drüber reklamiere. Ich mues erschtuunt usgseh ha: Si het glachet und sich zu mier vürebboge und d’Lippe zum Küsse gschpitzt. 

Ich bi allei zum Célesté. Won ich aagfange ha ässe, isch en kauzigi chlini Frau inecho und het gfröget, ob sie a min Tisch chönn sitze: „Isch es erlaubt?“ Ich ha gseit: „Ja, es isch erlaubt.“ Sie het es Gsicht wie en riife Öepfel gha und helli Auge. Sie isch komisch gloffe, so als lief si befeschtiget a Dröht. Nachdäm si ihri ängi Jagge abzoge het, isch si abgsässe und het uufmerksam d’Schpiischarte schtudiert. Sie het de Célesté grüeft und d’Bschtellig uufgäh. I sehr schnällem Ton, und sehr beschtimmt – ohni es Wort z’vergässe. Während em Hors d’Oeuvre het si ihri Handtäsche göffnet, es Papier füregno und en Schtift. Dänn het si im Vorus d’Rächnig uusgrächnet. Dänn het si no einisch id Handtäsche glangt und ihres Portemonnaie füregno. Si het de exakti Betrag usezellt, und es chlises Trinkgäld. Si hets Gäld uf d’Serviette uf em Tisch gleit. Si het gierig de erschti Gang gässe. Während däm si uf de nächscht Gang gwartet het, het si mit eme blaue Schtift i mene Radiovorschauheft fascht alli Sändige aagschtriche. Ds Heft het öppe zwölf Siite gha, und während em Ässe het si alli Siite dureglueget. Wenn ich fertig mit ässe gsi bi, het si immer no pinggelig genau Sändige aagchrüzlet. Dänn isch si roboterhaft uufgschtande, het d’Jagge aagleit und isch genau so roboterhaft usegloffe. Ich ha nüüt bessers z’tue gha, darum han ich sie e chli verfolgt. Sie isch uf em Trottoir grad us gloffe, genau de Trottoirkante entlang – ohni links oder rächts z’luege. Äs isch erschtuunlich, wie schnäll sie gsi isch, obwohl si so chli gsi isch. Ich ha nümme nachemöge und bi heigange. Für es Zytli het die Roboterfrau mich sehr beeidruckt, aber dänn han ich si vergässe. 

Im Schtägehuus bin ich an Salamano anegloffe. Ich ha em gseit, är söll doch i mini Wonig cho. Är het mer verzellt, de Hund seyg definitiv verlore. D’Hundefänger heyged kei söttige Hund bi sich gha. Si heyged gseit, de Hund seyg vilicht vo mene Auto vercharret worde. Är heyg d’Hundefänger gfrögt, ob vilicht d’Polizei öppis drüber wüssi, aber d’Hundefänger händ gseit, d’Polizei heyg wichtigers z’tue, als vercharreti Hünd z’zelle. Ich ha em Salamano gseit, är söll doch en neue Hund bsorge. „Aber ich ha mich jetzt a dä Hund gwönnt gha, und en neue Hund wär nid z’gliiche!“ Ich bi mit aazognige Bei uf mim Bett gsässe und de Salamano uf eme Schtuehl näbet em Tisch. Är het i mini Richtig gluegt und sini Händ uf de Chnüü gha. Immer no isch är deprimiert gsi und het gmurmlet unter sim gälbliche Schnurrbart. Ich ha ihn langwiilig gfunde, aber ha nüüt z’tue gha und bi nid müed gsi – so han ich ihm zueglost. Ich ha ihn noch chli über de Hund uusgfrögt, zums Gschpröch am laufe bhalte. Är het mer gseit, är heyg dä Hund nach em Tod vo sinnere Frau gchauft. Är heyg schpaht ghüratet. Är seyg i junge Jahr Theaterschauschpiller gsi und heyg im Schtaatstheater gschpillt. Är seyg guet gsi, heyg me gseit. Aber schlussändlich heyg är en Schtell bi de Iisebahn aagnoh. Das seyg en guete Entscheid gsi, und jetzt heyg är en Ränte. Är und sini Frau heyged sich nie verschtande, aber si heyged sich anenand gwöhnt gha. Nach ihrem Tod heygi är sich allei gfühlt. De Hund hetti früener a mene Arbeitskolleg gchört, isch aber chrank worde und de Salamano het en zu sich gnoh. De Hund isch sin Fründ gworde. Zersch heyg är ihn mit de Fläsche müesse uufzieh, aber dänn seygeds zäme alt worde – das seyg möglich gsi, will Hünd ja schnäller alt wärde. “Äs isch en mürrische Sauhund gsi. Ab und zue hämmer Schtriit gha, aber es isch süscht en guete Hund gsi.” Ich ha gseit, de Hund seyg guet grate gsi. De Salamano isch gschmeichlet gsi: „Aber si hetted ihn vor sinnere Chrankheit sölle gseh! Är het es schöns Fäll gha! Ich ha ihn wölle heile. Ich ha ne regelmässig mit ere Salbi iigribe. Aber sis Problem ischs Alter gsi – Gäge’s Alter gits kei Kur“ 

Ich ha gähnet und de Salamano het gseit “Ich gang glaub jetzt.” Ich ha em gseit är söll bliibe, und es tuegi mier leid, was mit sim Hund passiert seyg. „Danke! Ihri armi Mueter het min Hund au gärn gha. Sicher tued ihne de Tod vo ihrere Mueter sehr weh.“ Ich ha nüüt gseit und är het haschtig und erschtuunt gschtammlet: „ D’Lüüt im Quartier händ mängisch bösi Sache über Sie gseit, will sie ihri eiget Mueter i nes Heim tah händ. Aber ich ha immer gwüsst, dass Sie ihri Mueter verehred.“ Ich ha gseit, äs erschtuni mich, dass d’Lüüt eso über mich rede würded. Es seyg ja klar gsi, dass ich si heyg müessi is Heim schtecke, will ich wenig Gäld gha ha. Ich ha erklärt: „Usserdäm het si jahrelang nümme mit mier gredet und isch iigschnappt gsi und het mit niemertem chönne rede.“ De Salamano het verschtande: „Ja, und im Heim cha me Fründe gfinde, zum rede.“ Är het gseit, äs seyg jetzt höchschti Zyt, is Bett z’gah, isch uufschtande und het gseit, z’Läbe seyg jetzt schwiriger für ihn, unter däne neue Bedingige. Z’erschte mal sit ich ihn känne het är mier dänn d’Hand gäh. Eher schüch, und ich ha uf sinnere Huut chönne d’Runzle gschpüre. Bim usegah het är sich umtreit und mier mit eme Lächle gseit: „Hoffentlich bälled hüt Nacht kei Hünd. Süscht mein ich immer, dass es mine isch.“ 

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